2010 Les variations sur les natures mortes

Am Ausgangspunkt der „variations sur les natures mortes“ stehen die Tier-Exponante im Naturhistorischen Museum Bern. Diese sind – im bezeichnendsten Sinn des Wortes – „des natures mortes“. Doch ganz im Widerspruch dazu werden die konservierten Tierkörper in den Schaukästen des Museums in Szene gesetzt. Möglichst lebendig sollen sie wirken. Der Marder setzt zum Sprung an. Die Hyänen lauern im Halbdunkel ihrem Opfer auf. Szenisch inszenierte „natures mortes“.

Aus diesen Szenen werden Einzeltiere herausgegriffen und zeichnerisch umgesetzt. Farbstift auf schwarzem Papier. Der Alpenschneehase (lepus timidus), die Tafelente (Aythya ferina), der Wiedehopf (Upupa epops)…

Die „natures mortes“ führen zur Arbeit an Stilleben in deren eigentlichen Verständnis. Die Abbildung von bewusst angeordneten – eben: in Szene gesetzten – Gegenständen. Ein Buch, eine Karaffe…

„Nature morte“ wird im nächsten Schritt zur symbolischen Auseinandersetzung mit dem Tod der Natur. Verdrängt durch Zivilisation, durch Verkehr und Mensch. Die Bedrohung ist unterschwellig. Kann die Natur sich ihren Raum zurückerobern? Können schwache Absperrungen die Katastrophe verhindern?

Text: Gabriela Fuchs

Close Menu